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Der Monatsspruch für den Mai spricht mich auf eine stille, aber sehr tiefe Weise an: „Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“ Denn ehrlich gesagt fühlt sich mein Leben nicht immer sicher und fest an. Es gibt Zeiten, in denen vieles gleichzeitig in Bewegung gerät – äußere Umstände, innere Fragen, Sorgen um Menschen, die mir nahestehen. Dann merke ich, wie
leicht meine Gedanken ins Treiben kommen und wie schnell mir der innere Halt verloren geht.
Das Bild vom Anker hilft mir, diese Erfahrung anders zu sehen. Ein Anker bedeutet ja nicht, dass es keinen Sturm gibt. Er verspricht keine ruhige See. Aber er hält das Schiff an einem Ort, auch wenn Wind und Wellen stark sind. Genau das wünsche ich mir für meine Seele: nicht ein Leben ohne Schwierigkeiten, sondern einen Halt, der mich bewahrt, nicht fortgerissen zu werden.
Der Hebräerbrief sagt, dass diese Hoffnung sicher und fest ist. Das tröstet mich, weil es nicht meine eigene Stärke ist, an der alles hängt. Meine Hoffnung gründet nicht darauf, dass ich alles im Griff habe oder immer glauben kann. Sie gründet sich auf Gott, der treu bleibt – auch dann, wenn ich zweifle, müde bin oder keine Antworten habe.
Manchmal spüre ich diese Hoffnung deutlich, manchmal fast gar nicht. Doch vielleicht ist sie gerade dann da, wenn ich sie am wenigsten fühle. Wie ein Anker, der unsichtbar unter der Wasseroberfläche liegt und trotzdem hält. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mich nicht loslässt, auch wenn ich selbst keinen festen Stand finde.
Der Mai mit seinem Aufbruch und seinem Wachsen lädt mich ein, dieses Vertrauen neu zu wagen. Schritt für Schritt. Nicht perfekt, sondern ehrlich. Mit allem, was mich bewegt. Die Hoffnung, die aus Ostern erwächst, ist kein fernes Ideal. Sie ist ein Halt für heute – für meine Seele, mitten im Leben.Trost | Rainer Maria Rilke
Im hohen Himmelstraum
Dort zieht der Sterne Reigen,
Der Bäume Wipfel neigen
Sich leise wie im Traum.
Die Blumen auf der Flur,
Sie sind so sonnenmüde,
Ein heiliger Wonnefriede
Durchzittert die Natur.
Wenn manch ein Sturm getost,
Den Blumen feindlich wilde,
Nun lächelt Nachtluft milde
Und lispelt ihnen Trost.
Herzlich grüßt Ihre
Pfarrerin Frauke Fähndrich