Vom Betsaal zur Kirche

Der Potschappler Ortsteil links der Weißeritz war seinerzeit der Kirchgemeinde Pesterwitz angehörig. Um den Gemeindegliedern den langen, beschwerlichen Weg in die Pesterwitzer Kirche zu ersparen, errichtete eine engagierte Gruppe in den Jahren 1875 bis 1877 ein Kirchengebäude unweit des Potschappler Marktes.

Das Gotteshaus, im Stil der Neorenaissance erbaut, wurde ursprünglich als privater Betsaal konzipiert und in erweiterter Form im April 1877 eingeweiht. Erst im Oktober 1894 löste sich Potschappel von Pesterwitz und bildete fortan eine eigene Kirchgemeinde.

Die Orgel stammt von der Orgelbaufirma Kreutzbach aus Borna. Sie wurde später nach Plänen des Orgelbaumeisters Jahn umgestaltet. Das Altarbild von 1914 schuf Osmar Schindler und zeigt, Impulse italienischer Tafelmalerei des Mittelalters aufnehmend, den auferstandenen Christus im Gespräch mit den Emmausjüngern. Die Kirche wurde, im Zuge der Stadtgründung 1921, nach dem Ort Emmaus nahe Jerusalem benannt.

Die Döhlener Kirche wurde als drittes Kirchengebäude zwischen 1880 und 1882 nach Plänen von Gotthelf Ludwig Möckel im neoromanischen Stil erbaut - unmittelbar neben dem Standort, an dem sich seit dem 12. Jahrhundert die älteste Gemeindekirche im Plauenschen Grund befand. Den noch erhaltenen Turmstumpf bezog man in den Bau ein.

Der Vorgängerbau von 1588 wurde 1880 abgerissen. In das neue Gebäude sind die Weihetafel von 1588 und der Taufstein des Freiberger Meisters Lorenz von 1590 übernommen worden. Das Ostwerk der Kirche erhebt sich über einer breiten Freitreppe und zeigt in einem Triumphkreuz den thronenden Christus.

Die Orgel wurde 1882 von der Firma Hermann Eule aus Bautzen gebaut. 1907 erhielt die Kirche zwei Buntglasfenster, erinnernd an die Reformatoren Luther und Melanchthon, sowie 1912 das Monumentalgemälde über dem Triumphbogen, die Kreuzigung Jesu darstellend.

Den Namen Lutherkirche erhielt das Gotteshaus mit der Stadtgründung Freitals im Jahr 1921.

In der ehemaligen Dorfkirche wurden im Jahr 1878 der deutsche Flugpionier Otto Lilienthal und Agnes Fischer, die Tochter eines Bergmanns, getraut. Lilienthal hatte zu dieser Zeit im Königlichen Steinkohlenwerk Zauckerode an der Entwicklung einer Schrämmaschine gearbeitet.

Eine der schönsten unter den künstlerisch gestalteten Kirchen im Freitaler Raum

Anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums König Alberts von Sachsen wurde eine Stiftung zum Zweck des Erwerbs eines Areals zur Erbauung einer Kirche in Hainsberg gegründet. Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl trennte sich Hainsberg kirchlich von der Gemeinde Somsdorf und bildete ab 1899 eine eigene Pfarrgemeinde. Schön gelegen, zwischen Wald und Ansiedlungen, wurde der Standort für die Hainsberger Kirche und den umgebenden Friedhof gefunden.

Im Jahr 1900 konnte bereits der Grundstein für die Kirche, mit deren Bau der Architekt Paul Reuter betraut wurde, gelegt und nur 16 Monate später die Kirchweihe gefeiert werden. Das Gebäude gilt als letzter großer Sakralbau des Plauenschen Grundes.

Der 58 m hohe Kirchturm im Neorenaissancestil (Achteck auf Viereck) ist ein Blickfang aus allen Richtungen, eingebettet in die herrliche Landschaft. Die Außenarchitektur von Kirche und Torhaus folgt dem neoromanischen Stil. Kunsthistorisch bedeutsam ist der im Geiste der Jahrhundertwende gestaltete Kircheninnenraum. Der an der Dresdner Kunstakademie tätige Malprofessor Otto Gußmann setzte eine völlig neue Lösung der Raumgestaltung um. Als 32-Jähriger begann er, die neuerbaute Kirche gleichsam als sein Jugendwerk mit monumentalen Wandmalereien, Ornamenten und Glasfenstergestaltungen zu versehen. Imposant ist das Gemälde vom „himmlischen Jerusalem" an der Kuppel.

In der Hainsberger Kirche gelang ein beispielgebendes Zusammenspiel zwischen Architektur und Raumgestaltung, welches den Eindruck eines aus einem Guss geschaffenen Gesamtkunstwerks hinterlässt. Eine ganze Reihe Dresdner Kirchenneubauten orientierten sich in den Jahren nach 1901 an dem von Gußmann gefundenen Modell.

Den Namen Hoffnungskirche erhielt das Gotteshaus erst im Jahr 1990 aufgrund der vielen biblischen Hoffnungsbilder.

Das Ehepaar Römer stiftete die ersten drei Bronzeglocken und die Orgel des Dresdner Hoforgelbauers Jehmlich.

Eine der bedeutendsten Kirchenbauten ihrer Zeit in Sachsen

Das durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert sprunghafte Anwachsen der Bevölkerung in den Dörfern Deuben, Niederhäslich und Schweinsdorf führte im Jahr 1874 zur Bildung einer eigenen Kirchgemeinde in Deuben. Der Bau einer Kirche, bis dahin der Gemeinde Döhlen angehörig, erfolgte bereits in den Jahren 1868/69. Das Gotteshaus, entworfen vom Wiener Architekten August Pieper, gilt als erster eigenständiger neogotischer Kirchenbau im engeren Dresdner Raum und gehört zu den bedeutendsten sächsischen Kirchenbauten seiner Entstehungszeit.

Der Bevölkerungsreichtum Deubens sollte u. a. durch die Größe des Kirchenbaus repräsentiert werden. Die Christuskirche, die ihren Namen allerdings erst im Jahr 1921 erhielt, ist daher die größte im heutigen Stadtgebiet.

In dem hallenartig anmutenden Saalbau überspannt eine offene, reich gegliederte Holzdecke das Kirchenschiff. Die umlaufende hölzerne Empore ruht auf Sandsteinsäulen. Der 61 m hohe Turm ist dem Chor an der östlichen Seite angegliedert und in den Kirchenraum einbezogen. Beachtenswert sind die Schlusssteine im Rippengewölbe der beiden Turmgeschosse, die Ostern und den Opfertod Christi symbolisieren.

Der Chorraum besticht durch ein bemerkenswertes Kreuzrippengewölbe und drei große, farbig gestaltete Bleiglasfenster aus dem Jahr 1893. Das große Altarfenster ist das Werk des Dresdner Künstlers Karl Bertling und stellt die Kreuzigung Christi dar.

In den Jahren 2012-2017 wurde mit Hilfe vieler Spenden die klangvolle Orgel der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich (aus dem Jahr 1871) restauriert.

Das älteste erhaltene gottesdienstliche Gebäude im Stadtgebiet

Ein noch erhaltener Grundstein zeugt von der Errichtung der Kirche, etwas erhöht in der Mitte des Dorfes, im Jahr 1238. Dem Namen nach wurde die Kirche vermutlich dem heiligen Georg, dem Schutzpatron der deutschen Ritter, geweiht. Zwei Fensternischen an der Nordwand sind von der ursprünglichen Kirche mit romanischen Stilelementen erhalten.

Das schöne Gotteshaus erhielt seine heutige Gestalt mit dem Umbau im Jahr 1711 in eine barocke Saalkirche. Das Gebäude wurde nach Süden erweitert, mit dem weithin sichtbaren schiefergedeckten Dachreiter und barocker Außen¬fassade versehen. Im Inneren erinnert die doppelgeschossige Emporenarchitektur mit Kassettendecke und Patronatslogen mit marmorisierten Kartuschenfeldern an frühere Theaterbauten.

Den Barockaltar des bekannten Dresdner Bildhauers Benjamin Thomae erhielt die Kirche im Jahr 1724. Das reiche Altarprospekt mit seinen Säulen, Simsen, Kapitellen, Putten und Gloriole wird zu beiden Seiten flankiert von den in Weiß und Gold gefassten allegorischen Figuren für Liebe und Glaube. Beachtenswert sind die kelchförmige, buntbemalte Sandsteintaufe, die feingliedrige Kanzel, die Reste einer "Anna-Selbdritt" in der Sakristei und die 1828 von Karl Gottlieb Jehmlich gebaute Orgel. Die Orgel stellt das erste Werk der Orgelbauanstalt Jehmlich dar.

Die Georgenkirche wird in ursprünglicher Weise vom Friedhof umgeben.